Aufruf

Seit einiger Zeit sind im Raum Göttingen vermehrt Aktivitäten extrem rechter Gruppierungen zu verzeichnen. So hat der sich zunächst bürgerlich gebende, sog. „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ seit dem vergangenen Sommer seine Aktionen intensiviert und dabei auch vor massiven Übergriffen mit tödlichen Waffen auf Andersdenkende nicht zurückgeschreckt.

Rechtsextreme Übergriffe gehören leider zum traurigen Alltag in Deutschland. Antisemitische Anfeindungen kommen regelmäßig vor, die Schuldabwehr wird seit einiger Zeit immer salonfähiger gemacht. Eine diskriminierende Ausländer*innengesetzgebung und ein fragwürdiger Umgang mit Geflüchteten und Migrant*innen sind Alltag.

Im Angesicht einer solchen Gruppierung direkt vor Ort und einem in ganz Europa und anderen Teilen der Welt zu beobachtenden Rechtsruck ist mehr denn je die Notwendigkeit vorhanden, öffentlich gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus zu kämpfen und zu mobilisieren.

Rassismus und Diskriminierung sind darüber hinaus Themen, die auch Studierende explizit etwas angehen. Denn auch an der Universität gibt es Diskriminierung. Oft sind ausländische Studierende mit Hürden konfrontiert, die deutschen Studierenden unbekannt sind. Und auch gesamtgesellschaftlich sind Rassismus und Antisemitismus ein virulentes Problem. Besonders sichtbar wird dies häufig an Auftritten von Neonazis oder der AfD. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es sich dabei um Phänomene handelt, die tief in der deutschen Mehrheitsgesellschaft verwurzelt sind. Die Universität und gerade auch die Studierenden dürfen sich hiervon nicht in einem Elfenbeinturm abschotten, sondern müssen immer wieder aktiv auch in die Zivilgesellschaft hineinwirken.

Unser festival contre le racisme will auf all diese Missstände hinweisen und erste Anregungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten gegen Rassismus aufzeigen, indem ein gemischtes Programm den Rahmen für verschiedene politische, kulturelle und informative Veranstaltungen bietet. Es will Gelegenheit für Interessierte schaffen, sich mit verschiedenen Themen auseinanderzusetzen. Darüber hinaus wollen wir ein notwendiges Zeichen gegen die o.a. Tendenzen und für eine offene und solidarische Gesellschaft setzen.