Newroz hinter Barrikaden – Ein Reisebericht aus Nordkurdistan

YXK

Seitdem einige kurdische Städte im letzten Jahr ihre Selbstverwaltung erklärt haben, herrscht Krieg im Südosten der Türkei. Das türkische Militär geht gewaltsam gegen die Strukturen der kurdischen Selbstverwaltung vor, wobei hunderte Menschen ums Leben gekommen sind. Im März war eine Gruppe der YXK – Vereinigung der Studierenden aus Kurdistan mit Genoss*innen aus verschiedenen linken Zusammenhängen gemeinsam in Nordkurdistan um die aktuelle Lage zu beurteilen und verschiedene zivilgesellschaftliche Einrichtungen der kurdischen Bewegung kennen zu lernen.

Samstag, 18-20 Uhr, Raum 1

Vortrag zur Kampagne „Gemeinsam mehr erreichen: Abschiebungen blockieren!“

Basisdemokratische Linke Göttingen

Über 20.000 Menschen sind im vergangenen Jahr aus Deutschland abgeschoben worden. Die Ausweitung der sogenannten sicheren Herkunftsländer auf den Kosovo, Montenegro und Albanien bedeuten für viele schon lange hier lebende Menschen eine existenzielle Bedrohung. Abschiebungen werden nicht mehr angekündigt, vom Staat unerwünschte Flüchtlinge sollen die überfüllten Aufnahmelager nicht mehr verlassen dürfen. Auf die massenhafte Überwindung der Grenzen, reagiert die Bundesrepublik mit immer weiteren Verschärfungen der Asylpolitik.
In vielen Städten in Niedersachsen fanden in der Vergangenheit solidarische Blockaden statt, durch die Abschiebemaßnahmen wirksam verhindert werden konnten. Angesichts der sich zuspitzenden Abschiebepolitik und der zunehmenden Entrechtung der Geflüchteten ist ein effektiver Widerstand gegen aber umso notwendiger. Aber wie kann es gelingen, diese Praxis auch trotz der rigideren Regelungen fortzusetzen und zu stärken?

Die meisten Geflüchteten, die nach Deutschland kommen, werden aufgrund verschiedener Gesetze wieder abgelehnt. Durch die sogenannte Dublin-Verordnung und durch das Gesetz zu den sicheren Herkunftsländern ist es für viele Geflüchtete nahezu unmöglich geworden, einen langfristigen und sicheren Aufenthaltsstatus zu erlangen. Nach dem Ablehnungsbescheid dauert es dann nicht mehr lang bis zur Abschiebung bzw. Rückführung. Diese findet in der Regel ohne jede öffentliche Wahrnehmung statt. Die Behörden kommen nachts in die Unterkünfte und bringen die betroffene/n Person/en zum Flughafen oder zum Bus. Immer wieder kommt es dabei zu großen Tragödien, seien es Suizidversuche oder Nervenzusammenbrüche. Abschiebungen sind menschenunwürdig und stehen im krassen Widerspruch zu den postulierten Grundrechten und Schutzansprüchen.

Samstag, 18-20 Uhr, Raum 2

Humans of Friedland

Beratungs- und Aktionszentrum Friedland

Das Beratungs- und Aktionszentrum ist ein unabhängiges politisches Projekt mit antirassistischer Ausrichtung. Wir bestehen seit mehr als zwei Jahren und bieten Geflüchteten in Friedland nicht nur Beratung und Deutschkurse, sondern sind auch Treffpunkt und Anlaufstelle. Wir möchten in unserem Vortag einen Überblick über unsere Arbeit geben und zum Dialog mit Geflüchteten anregen.

Samstag, 17-20 Uhr, Raum 3

Die Antifa in Südniedersachsen. Geschichte und Notwendigkeit

Bernd Langer (Kunst und Kampf)

Seitdem der Faschismus Anfang der 1920er Jahre auftrat, gab es in den Landkreisen Göttingen/Osterode/Northeim auch den Kampf dagegen. Diese Geschichte wurde im politischen Klima des Kalten Krieges nach 1945 weitgehend verdrängt.

Erst Ende der 1970er-Jahre konstituierte sich eine neue antifaschistische Bewegung. So auch in Südniedersachsen, wo in Göttingen 1978 eine NPD-Veranstaltung auf dem Marktplatz militant abgeräumt wurde, oder in Northeim, wo die Waldbühne über Jahre ein Ort für ›Rock gegen Rechts‹ war. Doch erst mit den 1990er-Jahren wurde Antifa zu einem beherrschenden Thema in der Öffentlichkeit. Hierbei spielte die Region Südniedersachsen eine besondere Rolle.

Bernd Langer, Mitgründer und Aktivist des antifaschistischen Arbeitskreis Bad Lauterberg 1978, des Norddeutschen Antifa-Koordination 1981, der ersten autonomen Antifa-Gruppe in Göttingen 1982, der Autonomen Antifa (M) 1990 und der Kunstinitiative KuK (Kunst und Kampf). Autor diverser Bücher zur antifaschistischen Bewegung.

Samstag, 18-20 Uhr, Autonomicum (Blauer Turm)

Film „The Awakening“

alle bleiben

Der Film „The Awakening“ basiert auf Recherchen in verschiedenen Ländern, und nimmt vor allem die Situation der Kinder und Jugendlichen in den Blick, die in Deutschland aufgewachsen sind und die abgeschoben wurden.

The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Welchen psychologischen Effekt hat die Abschiebung auf die Menschen? Wie ergeht es den Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land aufwachen, fern von ihren Freunden und ihrem gewohnten Umfeld? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des Entsetzens der Betroffenen, die Deutschland als ihre Heimat betrachtet haben und sich nun in einem für sie fremden Land völlig neu orientieren müssen und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung. Zugleich zeigt er Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.Unter folgendem Link finden Sie Infos zu dem Film „The Awakening“ und Termine: http://awakeningmovie.de

Samstag, 16-18 Uhr, ZHG 002

Kalligraphie

Conquer Babel

Die Menschen von Conquer Babel zeigen Euch in ihrem Kalligraphie-Workshop, wie ihr euren Namen in persischer und arabischer Sprache schreiben könnt.

Samstag, 14-18 Uhr, Festivalgelände

Stencil-Workshop: Reclaim the city!

Antifaschistische Linke International

Der öffentliche Raum ist ein umkämpfter Raum. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind ungleich verteilt, denn wie auch hier in Göttingen zu erleben ist, werden stadtplanerische Modernisierungsprojekte verknüpft mit neoliberalen Interessen. In der Konsequenz schmücken jetzt leerstehende Büroräume den idyllischen Platz hinter dem Carré, anstatt dass im Zentrum attraktiver sozialer Wohnungsbau betrieben wird. Demgegenüber stehen Aneignungsformen wie Hausbesetzungen, öffentliche und nicht-kommerzielle Treffpunkte und Streetart. Bei diesem Workshop sollt ihr eine Möglichkeit haben eure eigenen Stencils (Sprühvorlagen) zu basteln, um graue Wände mit politischen und/oder schönen Parolen und/oder Bildern zu schmücken.

Samstag, 14-16 Uhr, Garten

Was ist Nationalismus?

redical M

Es scheint den Leuten wichtig zu sein, dass sie nicht nur der Martin oder die Karin, sondern auch Deutsche. Äußert man Kritik an Deutschland, wird man schnell darauf hingewiesen, man solle doch auswandern. Aber den Nationalismus, den finden alle angeblich auch wieder schlimm. Wie geht das? Wir wollen diskutieren, warum die Menschen darauf kommen, stolz auf ihre Mitgliedschaft in einem Staat zu sein, der u.a. gerade den massenhaften Tod von Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen organisiert und wie eine grundsätzliche Kritik am Konzept von Nationalstaaten aussehen kann.

Samstag, 14-16 Uhr, Raum 2

Infoveranstaltung zum Solidarity4all-Camp in Bamberg

Interventionistische Linke

Seit letzten Herbst gibt es in Bayern – in Bam­berg und Manching – die ersten Sonderlager, in denen vor allem Menschen aus sogenannten Sicheren Herkunftsstaaten isoliert untergebracht werden. Zurzeit befinden sich dort ca. 1500 Personen aus sogenannten sicheren Herkunftsstaaten; von hier aus werden sie abgeschoben oder zur „freiwilligen Ausreise“ genötigt. Im Moment sind viele Rom*nija aus den Balkanstaaten betroffen, nach den neusten Asylrechtsverschärfungen werden vermutlich Menschen aus Nordafrika oder Asylsuchende dazukommen, die Straftaten begangen oder gegen Mitwirkungspflichten verstoßen haben. Durch Bearbeitung der Asylanträge im Schnellverfahren wird ein faires und angemessenes Asylverfahren ausgehebelt.

Einhergehend mit einer Isolation der Menschen in diesen Lagern und der massiven Erschwerung des Zugangs zu Ärzt*innen, rechtlicher Beratung, Schulen oder sonstiger Unterstützung wird die Angst vor Abschiebungen täglich geschürt – alles mit dem Ziel möglichst wirksamer Abschreckung. In der derzeitigen politischen Atmosphäre, in der Rassismus und Asylrechtsverschärfungen Hochkonjunktur haben, ist es besonders wichtig einen starken antirassistischen Widerstand entgegenzusetzen.

Anfang August wird es deshalb ein Protestcamp vor der Ankunfts- und Rückführungseinrichtung (ARE) in Bamberg geben, um gemeinsam gegen die massiven Asylrechtsverschärfungen, Sonderlager und Abschiebungen zu protestieren. Mit vielfältigen Protestaktionen, vor allem der Präsenz vor Ort und praktischer Solidarität mit den Betroffenen im Lager Bamberg soll die Isolation gebrochen und ein antirassistisches Statement gegen Abschiebungen gesetzt werden.

Hierzu werden Organisator*innen des Camps über den aktuellen Stand des Protestcamps sowie zu Hintergründen über das Lager in Bamberg berichten. Es wird auch eine gemeinsame Anreise aus Göttingen zum Camp geben. Tickets werden ab dem 1.6. auf den Veranstaltungen und im Roten Buchladen verkauft.

Samstag, 14-16 Uhr, Raum 1

„Da seh ich aber weiß…“ Workshop zum kritischen Weißsein

Courage Göttingen

Ziel des Workshops ist es Möglichkeiten für eine Reflexion zur eigenen Rolle und Sozialisation in einer rassistisch strukturierten Gesellschaft zu thematisieren und aufzuzeigen. Dabei werden folgende Leitfragen innerhalb des Workshops zentral: Wie funktionieren Alltagsrassismen? Wie werde ich durch Rassismen privilegiert? Wie äußern sich diese Privilegien auf einer individuellen und strukturellen Ebene? Was bedeutet „Colour-blindness?“ Und was hat das alles mit Weißsein zu tun?

Der Workshop versucht bei den emotionalen Erfahrungen der Teilnehmenden anzusetzen, um über diese Auseinandersetzungen die Frage nach Handlungsperspektiven in Bezug auf Alltagsleben und politischen Aktivismus nicht vergessen zu lassen.

Samstag, 12-17 Uhr, Raum 3