Aufruf zum 13. festival contra le racisme

Wider den rassistischen Normalzustand

Durchschnittlich brennt jede Nacht mindestens eine Unterkunft für geflüchtete Menschen. Berichte über körperliche Gewalt gegenüber Asylsuchende häufen sich. Denkmäler für Jüdinnen und Juden werden geschändet. Diskussionen über “Grenzsicherung” mit Waffengewalt werden öffentlich geführt. Nicht zuletzt zeigen Wahlerfolge für die Rassist*innen von AfD und Co. deutlich: Über die Anfänge sind wir bereits hinweg.

Täglich wird es kälter; um uns und in der Gesellschaft. Rassismus, Hetze, Ausschluss und Leistungszwang sind feste Bestandteile des grauen Alltags. Die Strahlkraft der Lichtblicke reicht leider nicht aus, um gegen die Verwertungs- und Vernichtungsphantasien brauner Bürgerlichkeit anzukommen.  Während für den einen Teil der Gesellschaft die einzige Alternative die Alternativlosigkeit zu sein scheint, rückt auch die sogenannte Mitte nach rechts. Getreu dem Motto „jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ vereinsamt die Gesellschaft in ihrem Hamsterrad. Wer keine Hürden überwinden muss, sieht eben diese nicht. Und so teilt sich die Gesellschaft in wenige privilegierte Gewinner*innen und immer mehr Verlierer*innen.    Diese Verhältnisse produzierten und produzieren Leerstellen. Indem sie Menschen auslösch(t)en, die nun fehlen und sie auch weiterhin ausschließen, ihre Existenz infrage stellen oder bedrohen. Es sind nicht nur diese Menschen, die fehlen, es ist auch die Abwesenheit der Freiheit, die diese Leerstellen verursacht. Wir können weder die Toten wieder lebendig machen, noch der Leere ausweichen. Doch wir können diese Leere analysieren, bearbeiten und den Versuch wagen, sie Stück um Stück zu füllen.   Das 13. festival contre le racisme widmet sich genau dieser Leerstelle und einem solchen Versuch. Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Faschismus haben leider weiter an Aktualität gewonnen. Wir möchten und müssen Menschlichkeit, Solidarität, Freiheit und Entschlossenheit dagegensetzen.   Den Schwerpunkt legt das diesjährige festival contre le racisme auf das Thema Antiziganismus. Antiziganismus ist nicht nur die am weitesten verbreitete Abwertungsideologie, sondern auch die am wenigsten thematisierte. In Umfragen zeigen 83% der Befragten antiziganische Ressentiments.  Dieser herrschende Antiziganismus ist das Ergebnis deutscher Kontinuitäten. Der traurige Höhepunkt der Verfolgung von Sinti und Roma war die hemmungslose Hetze und Vernichtung während des NS-Regimes. Doch auch nach dieser einzigartig grausamen Zeit wurden Ablehnung und Hass gegen Sinti und Roma kaum aufgearbeitet.

So zeigt sich in der aktuellen Asylpolitik der strukturelle Antiziganismus Deutschlands und Europas. Die meisten Staaten in Südosteuropa als “sichere Herkunftsstaaten” anerkennend ignorieren Politiker*innen die dortige Verfolgung von Sinti und Roma. Dabei gehören Arbeits- und Schulverbote, rassistische Übergriffe und ein Leben unterhalb des Existenzminimums zur traurigen Lebensrealität der Sinti und Roma. Weitere Eingriffe in die Freizügigkeit, wie die Schließung der Grenzen, verschärfen die Situation noch weiter. Doch auch die Situation der in Deutschland lebenden Sinti und Roma ist häufig aussichtslos, unsichtbar und am Rande der Gesellschaft.

Um Antiziganismus zu verstehen, ist es wichtig, die Vorurteilsstruktur zu analysieren. Nicht zu ignorieren ist hierbei der Zusammenhang von Antiziganismus und kapitalistischer Verwertungslogik; die Vorurteile gegen Sinti und Roma und jenen Personen, die diesen Gruppen zugeordnet werden, beruhen vor allem darin, eben diesen Verwertungslogiken unserer Arbeitszwangsgesellschaft nicht gerecht zu werden. Der hieraus entstehende Hass ist facettenreich und gefährlich. Er steht einer emanzipatorischen und mündigen Gesellschaft entgegen. Darüber hinaus ist die wechselseitige Reproduktion von Kapitalismus und Antiziganismus elementarer Bestandteil dieser Leerstelle.   Doch können die verschiedenen gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse nicht singulär betrachtet werden. Daher setzt sich das festival contre le racisme gegen jede Ausgrenzung und Herrschaft ein. Es zeigt dabei den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Formen von Diskriminierung auf.   Wir laden alle ein, mit uns eine spannende Zeit zu verbringen. Veranstaltungen verschiedenster Arten werden bundesweit stattfinden.

 

Call for action for the 13th “festival contre le racism”

Against the normality of everyday racism

In average there is one refugee accommodation burning every night. Reports about physical violence against asylum seekers are increasing. Monuments for Jews are being desecrated. Debates on “border security” with the help of armed forces are led publicly. Success of racist parties in recent ellections, such as AfD show clearly: We have left behind modest beginning long ago.

It is getting colder daily; all around us and in society as a whole. Racism, populist propaganda, exclusion and pressure to achieve are inherent parts of the drab monotony of everyday life. The few rays of hope are not enough to oppose ideas of utilization and annihilation of right wing and racist bourgeois culture. While for one part of society the only alternative seems to be no alternative at all, the other part of society, the so called “Middle of society” is turning more and more towards the right. True to the motto “every man is the architect of his or her own fortune” society is growing lonely. It seems like whoever does not have to overcome huddles just doesn’t see them. As a result of that there is an ever growing gap in society of privileged winners on one side and more and more losers on the other side. These kinds of circumstances have produced and are producing vacancies by obliterating and having obliterated humans, that are now absent and that are furthermore excluded, are having their existence questioned or are being threatened. It is not only these people, that are missing, it is also the absence of freedom that are producing these vacancies. We can neither bring the dead back to life nor can we escape the emptiness. But we can analyze, revise the emptiness and risk and attempt to fill it bit by bit. The 13th “festival contre le racism” is dedicated to do just that. Racism, anti-Semitism, anti-ziganism and fascism have sadly gained in influence. We want to and have to oppose these developments with humanity, solidarity, freedom and determination. The emphasis of this year’s “festival contre le racism” will be on anti-ziganism. Anti-ziganism is not only the most common devaluating ideology but also the least thematized. In surveys 83% of the interviewees showed anti-ziganist resentments. This prevailing anti-ziganism is the result of German continuities. The sad peak of the persecution of Romani people was the unscrupulous rabble-rousing and annihilation during the NS era. But even after this horrible time rejection and hate towards Romani people was not reappraised.

Especially in the debate on asylum policy at the moment the structural anti-ziganism of Germany and Europe are is clearly visible. Most countries in South-East Europe are regarded as safe countries and politicians are constantly ignoring the persecution of the Romani people in those countries. Even though bans on work and school, racist attacks and life beneath subsistence are constituting a big part of the sad reality of life for the Romani people. More interventions in freedom of movement, the closing down of borders are furthermore making the situation even worse. But the situation of Romani people living in Germany is often hopeless as well, invisible and at the internal peripheries of society.

In order to understand anti-ziganism it is crucial to understand the structures of prejudice. The connection between antiziganism and capitalist exploitation logic; prejudices against the Romani people and people that are associated with this group of people are rooted in the assumption that they are not fulfilling these exploitation logic of the pressure of our work-oriented society. The hatred that is growing out of this is diverse and dangerous. It is opposing a society that is emancipated and informed. The mutual reproduction of capitalism and anti-ziganism is an elemental component of this vacancy. Currently existing power structures cannot be viewed in isolation. The “festival contre le racism” therefore campaigns against any form of exclusion and domination. It wants to show the connections between different forms of discrimination. We are therefore inviting everyone to spend an exciting time together with us. There will be different events taking place all over Germany.

 

 

دعوة للعمل والمشاركة في المهرجان المناهض للعنصرية الثالث عشر ضد طبيعية الممارسات العنصرية اليومية التي يتم ممارستها.

في المتوسط هنالك مسكن للاجئين يتم حرقه كل ليلة بالاضافة الى التقارير المتزايدة حول العنف الجسدي ضد طالبي اللجوء اضافة الى تدنيس النصب التذكارية لليهود. المناقشات العلنية التي اجريت حول أمن الحدود بمساعدة القوات المسلحة اظهرت تفوق ونجاح الأحزاب العنصرية في الانتخابات الأخيرة مثل .(AFD)ال ذلك ان دل على شيء فهو يدل على أننا غفلنا عن البداية المتواضعة منذ زمن بعيد، هذا الأمر وردة الفعل اتجاهه تزداد برودة يوم بعد الأخير في كل مكان حولنا وفي المجتمع ككل. العنصرية ،الدعاية الشيوعية والاقصاء التي تضغط بشكل مستمر لتحقيق اهدافها في التأثير على الرتابة الباهتة لحياتنا اليومية لا تكفي اشعة قليلة من الأمل لمحاربتها والوقوف ضدها وإقصاء الجناح اليميني مع افكاره البرجوازية العنصرية. والمشكلة اضافة إلى ما سبق أن الفئة من المجتمع المسماة بــ ( المجتمع الوسطي) بدأت نسبة منها بالانحياز نحو المجتمع اليميني مما يضعنا في موقف عدم وجود البديل. هنالك مثل يقول ( الانسان هو المهندس لحياته وثروته الخاصة) ولكن المجتمع ينمو وحيدا بدون هندسة واعية حيث يبدو كما أنه لا يجد الحيلة والقوة للتغلب على هذه الحشود أو كما أنه لا يراها من الأساس. ونتيجة لذلك يوجد هوة متزايدة بين من يحصدون الامتيازات من جهة وبين من يحصدون الخسائر على الجهة المقابلة. هذه الظروف انتجت العديد من الشواغر عن طريق طمس هوية المعالم الانسانية, والتي هي غائب حالية وسيتم استبعادها مستقبلا والتي وجودها حاليا هو موضع شك وفي موقف المهدد. السبب في ذلك هو غياب الأشخاص الفاعلين وغياب الحريات المطلوبة التي تنتج هذا النوع من الفراغ، نحن لا نستطيع ارجاع الذين ماتوا إلى الحياة كما لا نستطيع أيضا الهروب من هذا الفراغ ولكننا نستطيع تحليل المعصيات التي أدت إلى ذلك ومحاولة عكس تأثرها والمخاطرة في فعل ذلك إلى أن نستطيع ملأ الفراغات الناتجة عن ذلك. المؤتمر الثالث عشر المناهض للعنصرية مكرس لفعل ذلك، العنصرية، معاداة السامية، معاداة الغجر، معاداة الفاشية جميعا للأسف اكتسبت تأثير واهمية أكبر. يجب علينا أن نقف في وجه هذه الحركات ونحارب تطورها بقيمنا الانسانية، بتضامننا ووحدتنا، بالحرية والتصميم. سيكون تركيز المؤتمر المناهض للعنصرية الثالث عشر هذا العام على قضية معاداة الغجر. معاداة الغجر هي ليست فقط اقل ايديولوجية شيوعا ولكنها ايضا الأقل تطبعية. أظهرت استطلاعات الرأي أن 83% من الذين تمت مقابلتهم يظهرون استيائهم من معاداة الغجر, هذا الاستياء السائد من معاداة الغجر ما هو الا نتيجة للاستمرارية الألمانية. ذروة الحزن من اضطهاد الغجر على يد الرعاع عديمي الضمير في عصر النازية. ولكن حتى بعد تلك الأوقات الرهيبة فإن الرفض والكره للغجر لم يتم إعادة تقييمه، خاصة في المناقشات الجارية حاليا عن سياسات اللجوء حيت تغيب سياسة مكافحة معاداة الغجر عن ألمانيا ودول الاتحاد الأوروبي في مناقشاتهم. معظم البلدان في في جنوب شرق أوروبا تم تصنيفها على أنها بلدان آمنة ولا يكفأ السياسيين بالتغاضي عن سياسات الاضطهاد التي يتم ممارستها بحق الغجر في تلك البلدان. على الرغم من الحظر المفروض على العمل والمدرسة، الهجمات العنصرية والحياة تحت الكفاف تشكل جزء كبير من حقيقة الحياة المحزنة للغجر إلى أنه يوجد المزيد من التدخلات في حياتهم وحرية تنقلهم وغلق الحدود في وجههم التي تساهم علاوة على ذلك في جعل حياتهم اسوأ. ولكن وضع الغجر في ألمانيا ميؤوس منه كذلك. من أجل فهم معاداة الغجر يجب علينا أن نفهم هياكل التحيز، العلاقة بين معاداة الغجر ومنطق الاستغلال الرأسمالي، العلاقة بين التحيز ضد الغجر والعالم المتحالفة مع هذه الجماعات تعوذ جذورها إلى الافتراض المشترك بأنها لا تفي بمنطق الاستغلال الرأسمالي في مجتمعاتنا الموجهة للعمل كما أن الكراهية المتنامية عن هذا هي مختلفة و خطيرة. الاستنساخ المشترك للرأسمالية ومعاداة الغجر هو عنصر مكون من أسباب هذا الفراغ. حاليا هياكل السلطة القائمة لا يمكن النظر إليها بمنعزل عن ذلك. ولأجل ذلك فإن المهرجان المناهض للعنصرية هو ضد أي شكل من أشكال الإقصاء والهيمنة، أنه يريد أن يظهر الصلات بين مختلف أشكال التمييز. ولذلك فإننا ندعو الجميع لقضاء وقت ممتع معنا وستكون هناك أحداث مختلفة في أماكن متفرقة من ألمانيا لاحقا